Vielfalt im Garten

Was kann man für die Vielfalt tun- Tipps

  • Strukturreichtum fördern, je vielfältiger ein Garten ist umso mehr Pflanzen und Tiere finden dort einen Lebensraum
  • Naturverträgliche Rasenmahd: Rasen seltener mähen (ideal 1-2 Mal) dann kommen mehr Pflanzen zur Blüte, nicht die gesamte Fläche gleichzeitig mähen, dann überleben mehr Insekten, über den Winter zumindest einen Teil des Grases stehen lassen- die Halme sind wichtig für die Überdauerung der Insekten, wie auch für ihre Nachkommen, bei einer Verwendung von Balkenmähwerk anstatt Kreiselmähwerk überleben mehr Insekten
  • „Unkräuter“ stehen lassen- sie bieten oft wertvolle Nahrung
  • Streuobstbestände und Hecken erhalten
  • Trockenmauern, Lesesteinhaufen, Laubhaufen und Totholzhaufen errichten
  • Stehendes und liegendes Totholz erhalten, viele Lebewesen benötigen Totholz für ihre Entwicklung
  • Ausstiegshilfen für Amphibien aus dem Schwimmbad anbieten
  • möglichst wenig künstliches Licht in der Nacht im Garten aufstellen
  • Vorsicht bei Sanierungen, es könnten sich Fledermäuse im Gemäuer verbergen
  • keine Gifte, keine chemisch-synthetischen Dünger
  • keine oder möglichst geringe Versiegelung
  • Torffreie Erde verwenden (Torfabbau zerstört Moore)

Richtige Pflanzen

Beim Pflanzen sollte auf heimische, idealerweise regionstypische, Gehölze und Saatgut mit heimischen Pflanzen geachtet werden. Viele der inzwischen problematischen invasiven Pflanzen waren ursprünglich Zierpflanzen. Fremdländische Pflanzen sind auch nicht auf den Grünschnitt zu bringen.

Hier einige Beispiele für geeignete Pflanzenarten

  • Ahorn- Acer campestre, Acer platanoides
  • Eiche Stieleiche Quercus robur, Traubeneiche Quercus petraea, Zerreiche Quercus cerris
  • Hainbuche Carpinus betulus
  • Rotbuche Fagus sylvatica
  • Eberesche Sorbus aucuparia
  • Silberweide Salix alba, Bruchweide Salix fragilis, Salweide Salix caprea, Kriech-Weide Salix repens, weitere Weidenarten
  • Schwarzer Holunder Sambucus nigra
  • Faulbaum Fragula alnus
  • Roter Hartriegel Cornus sanguinea
  • Eingriffeliger Weißdorn Crataegus monogyna
  • Haselnuss Corylus avellana
  • Pfaffenhütchen Euonymus europaeus
  • Liguster Ligustrum vulgare
  • Schlehe Prunus spinosa
  • Wolliger Schneeball Viburnum lanata
  • Gewöhnliche Schneeball Viburnum opulus
  • Rote Heckenkirsche Lonicera xylosteum
  • Berberitze Berberis vulgaris
  • Himbeere, Brombeere…
  • Hundsrose Rosa canina, Essigrose Rosa gallica

 

Streuobstbäume

Streuobstbäume können bei der Wieseninitiative bestellt werden. Alte Sorten sind oft auch für Allergiker verträglich.

https://www.streuobstwiesn.at/welcome/

 

Saatgut

Beim Anlegen einer Blumenwiese im Garten oder bei der Erhöhung der Vielfalt in der Gartenfläche sollten heimische Pflanzen gesät werden, ebenfalls ist auf den richtigen Standort zu achten. Nicht alle Pflanzen wachsen überall. Wo bereits eine Wiesenfläche vorhanden ist, sollte diese durch ein ideales Mahdregime erhalten werden.

Beispiele für Saatgut:

https://www.streuobstwiesn.at/fileadmin/user_upload/Beschreibung_Samen-Pflanzen.pdf

bienenwiesn.at/burgenland/

http://www.wildblumensaatgut.at/impressum.html

https://wildeblumen.at/

www.rewisa.at

www.saatbau.at

www.austrosaat.at

 

 

Tipps für Nistkästen

Insektenhotel

Ein Nistkasten kann aus verschiedenen Bestandteilen aufgebaut sein. Nicht alle sind gleich effektiv und es gibt potentielle Probleme auf die man achten sollte.

Löcher in Ton: der Ton sollte damit er für Insekten geeignet ist nach dem Trocknen nicht ganz hart sein, sich mit dem Fingernagel bearbeiten lassen und dabei nicht abbröseln

Ziegel: Scharfe Kanten sollten abgeraspelt werden, da sich Insekten sonst verletzen könnten. Er kann mit Ton oder Halmen ausgefüllt werden. Das Ende sollte besser nicht offen sein, da es sonst weniger angenommen wird.

Bambusstücke, Schilf, Holunderstängel, die im Herbst geschnitten und wo Blätter und Seitentriebe entfernt wurden, eignen sich für Behausungen. Sie können auch markhaltig sein. Knoten sollen eher am Ende sein. Der Rand der Röhren soll nicht ausgefranst sein, da es sonst zu Verletzung der Flügel kommen kann

Keine Beobachtungsröhren aus Acrylglas- das erhöht die Sterblichkeit

Bohrlöcher in Holz sollten in Hartholz sein, möglich wäre Esche, Eiche, Buche, Obstbäume, Robinie… nicht parallel zur Faserrichtung- nicht in die Jahresringe, sondern besser seitlich, da es sonst zu Rissen kommen kann. Sie sollten nicht größer als 10mm sein und sie sollten nicht verkohlt sein.

Porenbeton, Gipsbeton und Gasbetonsteine nehmen Feuchtigkeit an und sind daher nicht geeignet

Insektenhotels sollen Richtung Süden bzw. Osten ausgerichtet sein und vor Regen und Wind geschützt sein, ein Gitter über dem Hotel schützt vor Vögeln.

Kieferzapfen, Holzspäne, Stroh und Borke sind für die Wildbienen nicht geeignet, Ohrwürmer, die sich dort ansiedeln fressen ihren Pollen und Nektar.

Florfliegen Holzkästen dagegen können mit Stroh ausgefüllt sein. Sie sollten besser Richtung Norden ausgerichtet sein und idealerweise rot sein.

Spezielle Hummelkästen am besten in den Schatten stellen.

 

Nistkasten Vögel

Für Vögel gibt es die verschiedensten Nistkästen, die abhängig von Arten variieren. Ausrichtung eher Richtung Osten und Südosten und nicht in Hauptwindrichtung.

Beispiele:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/index.html

http://www.vogelhaus-nistkasten.de/nistkaesten/einflugloch-nistkasten/

Man kann z.B. auch unter Schwalbennestern Bretter anbringen, die den Kot auffangen.

Das Nistmaterial sollte im Herbst entfernt werden um den Vögeln im Frühjahr wieder eine parasitenfreie Unterkunft zur Verfügung stellen zu können. Die Kästen sollten aber auch über den Winter draußen bleiben, da sie Rückzugslebensraum bieten.

Zur Winterfütterung eignen sich Vogelfutter, Körner, Samen oder Früchte. Bei fertigem Futter sollte man darauf achten, dass keine Samen von Neophyten (wie Goldrute, Ambrosia/Ragweed) dabei sind. Für die Gesundheit der Vögel ist es besser wenn sie nicht im Futter sitzen und Wassertränken auch hin und wieder gereinigt werden.

Futterstellen sollten nicht neben einer durchsichtigen Glasfaser sein. Generell helfen gegen Vogelschlag an Glas mattes, nicht ganz sauberes Glas, Streifen am Glas, Jalousien, Lamellenvorhänge oder ähnliches. Verletzte Vögel kann man an einem sicheren Ort in einer dunklen Schachtel ohne Futter die Möglichkeit zur Erholung bieten.

Den besten Lebensraum für Vögel bietet ein vielfältiger Garten in dem sich auch Insekten wohl fühlen

 

Fledermauskästen

Es gibt auch spezielle Fledermauskästen, die nach unten hin offen sind.

Standort: ruhig, wenig frequentiert, dunkel, wettergeschützt, 4m Höhe (3-5m), in verschiedene Himmelsrichtungen und mit freiem Anflug. Sie sollten nicht über Fenstern oder an Stellen, wo der Kot problematisch ist, aufgehängt werden.

 

 

Ein Online Vortrag über Vielfalt vor der Haustür und im Naturpark fand am 22.4 zwischen 17:00 und 18:30 statt.

Beschreibung: Die Artenvielfalt nimmt weltweit ab, unzählige Arten sind vom Aussterben bedroht. Was sind die Gründe dahinter? Welche besonderen Lebensräume gibt es im Naturpark in der Weinidylle und was kann man auf der eigenen Fläche für den Erhalt und die Förderung der Vielfalt tun? Ein Mitschnitt des Vortrages kann im Naturpark angefragt werden (maehr@weinidylle.at).

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